Das Kirchgebäude

Nach Prof. Lenfeld  -  Bau- und Kunstdenkmäler Thüringens  -  ist unsere Kirche 1500 erbaut worden. Auf alle Fälle in vorreformatorischer Zeit, denn sie wurde dem  „ heiligen  Cyriakus“ geweiht. Im Laufe der Zeit gab es natürlich   gewisse Umbauten und Veränderungen. Der Chor, 7,7 m lang und 7,1 m breit, blieb weitgehend unverändert. Das Langhaus (Kirchenschiff) ist 12 m lang und 7,1 m breit. Im Vergleich zu vielen anderen Dorfkirchen ist es eine recht große Anlage.

 

 

Unser Ort muß also seit seiner ersten Nennung 1302 eine rasche Entwicklung genommen haben.

Aus einem in lateinisch geschriebenen Bericht, der vom Pfarrer Schumann bei der Öffnung des Turmkopfes 1961 gelesen und übersetzt wurde, geht folgendes hervor:

Das als Dachreiter ausgeführte Türmchen sowie das Mauerwerk an der Westseite war durch Witterungseinflüsse und traurige Kriegsereignisse sehr marode. Die Gemeinde entschloss sich deshalb, einen Teil des Langhauses abzubrechen und neu aufzubauen. Gleichzeitig die Decke anzuheben, den Triumphbogen zu beseitigen und damit eine einheitliche, durchgehende Decke zu erreichen.  Diese Arbeiten wurden am 20. April 1750 begonnen. Die Annahme, dass nur etwa 7m des Kirchenschiffes abgebrochen wurden, beruht darauf, dass bei Instandsetzungsarbeiten im Jahr 2001  Balkenreste der alten Decke in den Wänden, in dem übrigen Teil des Langhauses, bis zu den Pfeilern des ehemaligen Triumphbogens gefunden wurden.

Der Legende nach soll sich Zimmermeister Ulitzsch, der Erbauer des neuen Turmes (ein Dachturm) mehrere Tage in ein Roggenfeld zurückgezogen und ein Modell aus Strohhalmen zusammengesetzt haben. Der heute 32 m hohe Turm wurde 1826 verbessert und beschiefert. Bauunterlagen bzw. Protokolle berichten, dass in bestimmten Zeitabständen bis in die jüngste Zeit Werterhaltungsmaß-nahmen, wie Dachreparaturen, Putz- und Malerarbeiten vorgenommen wurden. Zum Beispiel 1845 ein Kostenanschlag des Tischlermeisters Johann Friedrich Greiner aus Solkwitz den Innenanstrich mit Bleiweiß für 65 Taler, mit Kreide für 45 Taler ausführen zu wollen. Die  wesentlichste Renovierung bzw. Umgestaltung erfolgte 1862 durch den Malermeister Heßler aus Schöndorf. Der Chor wurde durch den Kanzelbau abgeteilt,  neu verlegtes Pflaster für den Sakristeienstand, sowie die Erneuerung  tragender Säulen der Emporen. Die über Chor und Langhaus geputzte Flachdecke wurde 1878 durch Malermeister Berger aus Neustadt gestaltet.

 

 

In den folgenden Jahrzehnten wurden, wie erwähnt, Werterhaltungsmaßnahmen durchgeführt.

1923 stellte die Kirchgemeinde den Turm zum Einbau einer Uhr zur Verfügung, da die Turmuhr der „politischen“ Gemeinde gehört. Dachdeckerarbeiten wurden mehrmals wegen Blitzschäden notwendig. Die Kirchgemeinde beschloss deshalb, 1951 eine Blitzschutzanlage anzubringen.

1957 folgte der Elektroanschluss des Kirchengebäudes, was anschließend den Einbau eines Windmotors für die Orgel ermöglichte und das „Balgtreten“ erübrigte.

Eine weitere Investition war 1958 die Anlage zur elektrischen Betreibung des Geläutes. Trotz Blitzschutzanlage gab es 1958 einen Blitzschaden an Turm und Dach. Die Reparatur verzögerte sich bis zu den Jahren 1961 – 62. Über die im abgenommenen  Turmkopf gefundenen Urkunden liegt ein Verzeichnis vor.

Alles wurde wieder in den Turmkopf gelegt und mit Unterschrift am 23.11.1961 durch Pfarrer Schumann und Frau Anna Killat bestätigt.

Die Bürger Drebas haben es verstanden, gewiss oft unter großen Opfern und gegen viele Schwierigkeiten, uns ein Gebäude zu erhalten, das ein Wahrzeichen unseres Ortes ist.

Erfreulich ist deshalb, dass auch die jetzigen Einwohner durch teilweise erhebliche Geld- und Sachspenden oder Arbeitsleistungen dazu beigetragen haben, dass wir uns an den gelungenen Arbeiten des Malermeisters Klaus Köhler erfreuen können.

 

Die Glocken

Mit der großen Glocke, der  „ D o m i n i c a“ (Herrin) , besitzt unsere Kirche ein kulturhistorisches Gut. Sie wurde schon 1494 in Erfurt gegossen, wohl in der gleichen Werkstatt, wie die berühmte „Gloriosa“ des Erfurter Domes. Sie hat einen Durchmesser von 91 cm und trägt die Beschriftung  „hilf got maria berot“.

Über die ursprüngliche mittlere Glocke (Bet- und Trauerglocke) sowie die kleine Glocke (Taufglocke) geht aus den vorhandenen Unterlagen, außer ihrem Gewicht, nichts Näheres hervor.

Am 2. Februar 1843 beschloß der Gemeindekirchenrat, die schadhafte kleine Glocke umgießen zu lassen. Der Aufruf zu Spenden hatte großen Erfolg. Über 60 Taler wurden gespendet. Der damalige Pfarrer Schreckenbach war hoch erfreut. Zwischen der Gemeinde und dem Glockengießer, Karl Friedrich Ulrich aus Apolda, wurde in Dreba am 15. März 1845 der „Contrakt“ geschlossen und vom Pfarrer Schreckenbach, dem Schuldheiß Johann Andreas Rudolph, Johann Christian Blöthner und Johann Heinrich Ulrich eines Teils und Karl Friedrich Ulrich anderen Teils unterschrieben.

In 7 Paragraphen wurden die Pflichten der Parteien genau festgelegt.

Zum Beispiel:

§ 2   Transport bis Neustadt durch die Gemeinde, dann durch den Glockengießer. Wiegen der Glocke auf der Amtswaage. 

§ 3   Lieferung der neuen Glocke bis zum  „Johanni“.

§ 5   Im Ton muss die kleine Glocke zu den beiden anderen genau passen ( Quinte von der großen Glocke).

§ 6   für alle Leistungen sind 105 Taler zu zahlen.

Knapp 40 Jahre später, am 21 Juli 1883, wurde mit der Glockengießerei Ulrich in Apolda wieder ein Vertrag abgeschlossen. Diesmal ging es um die mittlere Glocke, die zersprungen war (1883). Auf einem nun mehr gedruckten Formular wurden die Einzelheiten festgelegt. Der Preis der neuen Glocke, einschließlich Zubehör und Transport per Bahn bis Neustadt, belief sich auf 827,50 RM. Davon wurden 550 RM für die alte Glocke abgezogen. Das Gewicht je Glocke wird mit 275 kg angegeben.

Ein 24-stündiges Probeläuten und 20 Jahre Garantie waren weitere Vertragsbestimmungen. Von Seiten der Kirchgemeinde wurde der Vertrag von Pfarrer Stier, Christian Ulitzsch und Hermann Rudolph unterschrieben. 1885 war die mittlere Glocke neu gegossen.

Mit einer Verordnung im 1. Weltkrieg (1. März 1917) wurden Kirchenglocken beschlagnahmt, so auch unsere 2. und 3. Glocke. Zwar wurden sie zunächst zurückgestellt, doch am 21. Dezember vormittags begann die Demontage und es folgte der Abtransport ins Glockenlager nach Leipzig.

 

Sehr befremdend ist, wie aus den Unterlagen zu erkennen ist, das Verhalten des Pfarrer Ranitsch in dieser Angelegenheit.

Der protestierenden Kirchgemeinde warf er unpatriotisches Verhalten vor. Bei der Großherzoglichen Kircheninspektion beschuldigt er Hermann Gerstenberger, als Bürgermeister, nicht pflichtgemäß gehandelt zu haben.

H. Gerstenberger hatte es abgelehnt, als Vorsteher der politischen Gemeinde, in kirchliche Angelegenheiten einzugreifen. Selbst die Kircheninspektion in Neustadt stellte sich hinter den Bürgermeister. Trotzdem musste er vor der Obrigkeit erscheinen, konnte

aber, mit einigen Würsten in der Tasche, die Sache friedlich regeln.

Glücklicherweise wurden die beiden Glocken nicht zerstört und konnten 1920 zurückgekauft werden.

Leider konnten beide Glocken ihren zugedachten Dienst nur noch zwei Jahrzehnte verrichten. Der 2. Weltkrieg brachte für sie das Ende, sie mussten abgeliefert werden und kamen diesmal nicht wieder zurück.

Zehn Jahre hatten wir kein vollständiges Geläut. 1951 stiftete Alfred Blöthner zwei neue Bronzeglocken, welche als Beschriftung die Namen seiner Töchter „Karola“ und „Elfriede" tragen.

 

Die Orgel

Während davon ausgegangen werden kann, dass die Glocken sofort bzw. relativ bald nach der Errichtung des Kirchgebäudes installiert wurden, dürfte die erste Orgel erst später angeschafft worden sein.

Ob es schon vor dem Umbau 1750 – 52 war, ist sehr fraglich. In einem Bericht über den desolaten Zustand des Gebäudes vor den Baumaßnahmen werden einige Beispiele aufgeführt, von einer Orgel wird aber nichts berichtet.

Andererseits wird aus späteren Unterlagen ersichtlich, dass es sich um ein kleineres Instrument gehandelt haben muss, dass vor dem Umbau ausreichend war.

Bei Säuberungsarbeiten in der jetzigen Orgel war ein Brett mit der Jahreszahl 1818 gefunden worden, was zunächst zu der Vermutung führte, dass es mit dem Bau der ersten Orgel im Zusammenhang steht.

Dies ist aber wiederum unwahrscheinlich, weil bereits 1835 aus einem Protokoll der Gemeinde hervorgeht, dass über die Anschaffung einer neuen Orgel diskutiert wurde. Allerdings hat es noch bis 1862 gedauert, bis aus dem Plan Wirklichkeit wurde.

 

 

Am 30. Dezember 1861 ist von dem Orgelbauer Friedrich Wilhelm Dornheim aus Eichfeld bei Rudolstadt die „Disposition und Kostenanschlag zum Bau einer neuen Orgel mit 2 Klavieren und Pedal in der Kirche zu Dreba“ vorgelegt worden.

Der Kostenanschlag enthält detaillierte Preise für die einzelnen Teile und des äußeren Gehäuses. Die Summe beläuft sich auf 1.084 Taler.

Die Kosten wurden auf 950 Taler reduziert, da die alte Orgel für 50 Taler von Dornheim entgegengenommen wurde.

Eine Überprüfung der Kosten durch einen gewissen Prof. Töpfer aus Weimar erfolgte. Er war der Meinung, dass der Preis für die hiesige Gegend etwas zu hoch sei.

Fr. W. Dornheim konnte das in einem Schreiben vom 28. März 1862 „An  den ehrbaren Kirchgemeindevorstand in Dreba“ widerlegen. So blieb es bei dem angegebenen Preis.

Fachleute, auch neuerer Zeit, schätzen unsere Orgel als ein gutes Werk ein, das bis zum heutigen Tag seine Aufgabe erfüllt.

Wesentliche Reparaturen waren bisher nicht nötig. Nachdem Elektroanschluss konnte 1957 ein Windmotor angebracht werden.

 

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